Neujahrsmahnungen für den Gartenfreund

Der Rheingauer Verein der Gartenfreunde wünscht Ihnen für das Gartenjahr 2018 viel Glück und Erfolg.

In einer über 100 Jahre alten Gartenzeitung, dem „Praktischen Ratgeber im Obst- und Gemüsebau“ waren für mich 4 Neujahrsmahnungen für den Gartenfreund zu lesen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

  1. Die Seele des Gartenbaus ist der Dung“ – aber Dünger allein tuts nicht, ist da zu lesen. Aber auch Gießen und Jäten, Hacken und vieles mehr ebenfalls nicht. Weiter steht da: Es kommt nicht darauf an, dass Du all diese Dinge verrichtest, sondern wie und warum Du sie tust! Der Dung ist ein totes Ding — erst Dein Wille, Dein Nachdenken, Deine praktische Tätigkeit vermögen ihn lebendig zu machen. Fazit: Nicht der Dung ist’s, sondern die wahre Seele des Gartens bist Du selbst!
  2. Was man selber tun kann, lasse man nicht von anderen verrichten!“ Namentlich geistig angestrengte Personen sollten es sich zur Regel machen, wenigstens eine Stunde täglich im Garten zu arbeiten. Nur persönliche Tätigkeit und Aufmerksamkeit stellen den Gartenbesitzer auf eigene Füße.
  3. Was noch heute getan werden kann, schiebe man nicht bis morgen auf!“ Wer stets selber seine Kulturen pflegt, der wird bald finden, was er durchaus sofort machen muß, um sich Ärger und empfindlichen Schaden zu ersparen. Und weiter heißt es dort: Auf jeden Fall gewöhne man sich daran, täglich den Garten eine Viertelstunde lang zu durchmustern. Denn dabei entdeckt man sofort, wo die helfende Hand eingreifen muss, und kann oft spielend das machen, was später langwierige Arbeit verursacht.
  4. Man suche unermüdlich seine gärtnerischen Kenntnisse zu erweitern und zu vervollkommnen!“ Auch wenn man einen tüchtigen Fachmann in der Nähe hat, von dem man sich freundlichen Rat holen kann, wird es von großem Nutzen sein, wenn man ein Fachblatt zu seinem Führer erwählt. Die dort zu lesenden Aufsätze wollen auch durchdacht sein. Nur ausnahmsweise läßt sich ein Aufsatz genau so verwerten, wie ihn der Autor niedergeschrieben hat — weil örtliche und klimatische Verhältnisse zu den verschiedenen Gärten überaus mannigfaltig sind. Gewöhnt man sich jedoch daran, denkend zu lesen und zu beobachten, so wird man fast jede Mitteilung für seine Verhältnisse abändern und brauchbar machen können.

Wenn Sie verehrter Leser nun diese 4 Neujahrsmahnungen von 1893 gelesen haben, werden Sie mir sicher zustimmen und auch sagen: „Das war alles schon einmal da“.

So ist es nun einmal mit der Arbeit im Garten, sie ist an die stets wiederkehrenden Jahreszeiten gebunden.

Ich wünsche Ihnen im Namen des RVG-Teams einen guten Start in ein wunderbares Neues Gartenjahr!             Herzlichst Ihr

Karl Stenger   (RVG-Geschäftsführer)

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8. Januar 2018 at 18:53 Hinterlasse einen Kommentar

Weihnachtsstern und Weihnachtsgruß

Der absolute Star aus dem Pflanzenreich ist zu Weihnachten unbenommen der Weihnachtsstern, die Poinsettie. Ursprünglich in Mittel- und Südamerika beheimatet, ist diese Pflanze in ihrer mexikanischen Heimat als „Flores de Noche Buena“ – die Blume der heiligen Nacht –  bekannt.  1828 wurde die Pflanze vom amerikanischen Botschafter J. R. Poinsett in die USA eingeführt. Von ihm leitet sich die botanische Bezeichnung „Poinsettia“  ab.  Paul Ecke (ein deutscher Auswanderer) kultivierte Anfang des 20. Jahrhunderts die Pflanze mit den bunten Scheinblüten im kalifornischen Hollywood.

Hier wurde der Weihnachtsstern zuerst als Schnittblume angeboten und erfuhr eine große Nachfrage. Damit der Weihnachtsstern jedoch zu einer der beliebtesten Pflanzen auf der Welt werden konnte, bedurfte es deutschen Züchtungserfolgen in den 1950er-Jahren, um die Pflanze auch unter der für sie ungewohnten Bedingung in beheizten Räumen attraktiv aussehen zu lassen und sie als Zimmerpflanze zu etablieren.

Mittlerweile ist durch die Zucht eine große Vielfalt an Farben entstanden, so dass Jahr für Jahr diese Kulturpflanze europaweit mit 100 Millionen verkauften Exemplaren die Bestsellerliste im Winter anführt.

Jedoch wird diese schöne Pflanze geradezu von vielen Menschen, die sie sich als unentbehrliche Weihnachtsdekoration  ins Zimmer holen, zu Tode gepflegt. Der Grund hierfür liegt in der falschen Pflege. Da der Weihnachtsstern, wie zuvor ausgeführt, aus warmen Gebieten der südlichen Hemisphäre stammt, hat er sich diesen Bedingungen angepasst und kommt mit wenig Wasser bestens aus. „Weniger Wasser ist deshalb mehr für den Weihnachtsstern!“. Es tut ihm gut, wenn er stiefmütterlich behandelt und wenig gegossen wird. Bewässert man ihn dagegen zu häufig oder zu intensiv, dann verliert die Pflanze ihre prachtvollen Scheinblüten und Blätter und stirbt im schlimmsten Fall sogar ab.

Erst im Frühjahr, wenn der Nährstoffvorrat im Topf aufgebraucht ist, sollte man dann mit einer regelmäßigen Düngerkur (alle 2 Wochen) die Pflanze wieder füttern. Bewährt hat sich dazu ein gängiger Flüssigdüngerzusatz für grüne Zimmerpflanzen.

Wichtig zu wissen ist ferner, dass der Weihnachststern „ein dunkles Geheimnis“ birgt. Er bildet die schöne Scheinblüte lediglich an kurzen Tagen aus und wird deshalb extra vor der Weihnachtszeit in abgedunkelten Gewächshäusern gezüchtet (Kurztagspflanze). Unter Berücksichtigung dieses Sachverhaltes können auf diese Weise Weihnachtssterne vom Vorjahr von uns Pflegern wieder zum Blühen gebracht werden, indem man sie über eine Zeitspanne von 6 Wochen vor Lichtphasen von länger als 6 Stunden Dauer schützt. Diese Verdunkelung darf aber keinesfalls ganzjährig stattfinden.

Ist die Scheinblüte erst einmal ausgebildet, wird ein heller Standort bevorzugt — bitte jedoch nicht die Pflanze der direkten Sonneneinstrahlung aussetzen. Im nachfolgenden Bild ist ein Exemplar einer überwinterten und erneut zum Blühen gebrachten Poinsettie zu sehen.

Mit diesem weihnachtlichen Eindruck möchte sich das Vorstandsteam vom „Rheingauer Verein der Gartenfreunde“  bei allen Garten- und Pflanzenenthusiasten für ihre Verbundenheit bedanken. Das Team wünscht allen für das bevorstehende Weihnachtsfest eine ruhige und besinnliche Zeit – und Frohe Weihnachten !

 

Querverweis:

Im Wissenschaftsmagazin „G-FORSCHT“ Nr. 1/2016 der Hochschule Geisenheim University, ist auf Seite 24 – 27 das Thema Weihnachtssterne mit folgender Fragestellung behandelt: Weihnachtssterne bis zum Sommer? Eine Langzeit-Haushaltsstudie zur nachhaltigen Verwendung von Zierpflanzen

Autoren: Dr. Gabriela Dominguez; Dipl.-Soz. Dorothee Dietrich; Prof. Dr. Kai Sparke; Prof. Dr. Heiko Mibus-Schoppe; Bernd Wittstock M. Sc.

16. Dezember 2017 at 19:19 Hinterlasse einen Kommentar

Wundertvolle Advents- und Türkränze selbst gebunden

Unsere RVG-Floristin Ariane Sohrab-Magnus brachte am Samstag, dem 25. November 2017, die Teilnehmer am diesjährigen Kreativnachmittag des Vereines beim Binden von wundervollen Tür- und Adventskränzen in Adventsstimmung. Ob große oder kleine Hobbyfloristen  – jeder gestaltete seinen Kranz und weitere Adventsgestecke bzw. Weihnachtsbasteleien nach seinen eigenen Vorstellungen. Je nach Gefallen gab es große und kleine, traditionelle bzw. moderne Kränze mit oder ohne Kerzen.

Nach dem Baukastenprinzip standen den TeilnehmerInnen ( – ja auch Männer können Adventskränze binden!) hierfür tolles Bindematerial und Accessoires zur Dekoration bereit. Die anhängenden Bilder vermitteln einen Eindruck von dieser gelungenen Veranstaltung.

Der Nachmittag bereitete vielen einfach nur Spaß. Verstärkt wurde dieses Gefühl durch vorweihnachtlichem Duft von frisch zubereitetem Schwedenpunsch „Glögg“, einer gutenTasse Kaffee und dem einen oder anderen Stück hausgebackenen Kuchen.

27. November 2017 at 15:05 Hinterlasse einen Kommentar

Veranstaltungshinweis: „Grünes Geisenheim“

Am Dienstag, dem 05. Dezember 2017 findet in der Zeit von 17.30 – 20.00 Uhr im Germania Saal vom Rheingau Atrium ein Ideen-Parcours zum Projekt „Grünes Geisenheim“ statt. Dabei soll die Ideenfindung gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, Institutionen, der Verwaltung und der Politik als Impulsgeber, generiert werden.

Somit besteht innerhalb dieser öffentlichen Veranstaltung die Möglichkeit, dass alle Interessierten sich mit eigenen Ideen in den Planungsprozess einbringen.

Mehr dazu unter: http://www.gruenes-geisenheim.de

22. November 2017 at 18:38 Hinterlasse einen Kommentar

Kübelpflanzen richtig einwintern

Bevor es überhaupt zum Einwintern der Kübelpflanzen kommt, sollte der Kübelpflanzenpfleger sich die wichtigsten Faustregeln ins Bewußtsein rufen. Diese sind:

  1. Die Kübelpflanzen so spät wie möglich ins Winterquartier einstellen
  2. Je dunkler das Überwinterungsquartier ist, desto kühler muss es sein
  3. es sollten immergrüne Pflanzen möglichst hell stehen; laubabwerfende Gewächse können auch dunkler stehen
  4. Gießen: im Zweifelsfall lieber zu wenig gießen, als zuviel des Guten!
  5. Geschnitten wird die Kübelpflanze normalerweise nach der Blüte

Da auch die Temperaturen des Winterquartieres nicht immer von den Kübelpflanzenansprüchen her gleich sind, findet ihr nachfolgend einen kleinen Überblick über die häufigsten Kübelpflanzen und deren Überwinterungswünsche:

Bougainvillea: hell bei 10 – 15 Grad Celsius; nicht unter 10 Grad, wenig gießen

Engelstrompete (Datura): dunkel bei 5 – 10 Grad Celsius; hell bei 5 – 15 Grad Celsius ; jedoch nie unter 5 Grad Celsius! Sparsam gießen, den Ballen nie austrocknen lassen; ein Rückschnitt ist vor dem Einräumen möglich

Fuchsie: hell bei 5 – 10 Grad Celsius; dunkel bei 2 – 5 Grad; nie unter 0 Grad Celsius, wenig gießen, wenn dunkel überwintert – zurück schneiden

Hibiskus: hell bei 10 – 20 Grad Celsius, regelmäßig mit warmen Wasser gießen, mag keine kalten Füße (also nicht auf kalte Fließen oder Betonboden stellen).

Lorbeer: hell / (auch lichtarm möglich, aber nicht duster!), bei 5 – 10 Grad Celsius lagern, mäßig gießen

Oleander: hell bei 5 – 15 Grad Celsius, besser nicht unter 0 Grad Celsius die Raumtemperatur fallen lassen. Treten im Winterquartier kahle Äste auf, dann diese ausschneiden

Olive: sehr hell bei 5 – 10 Grad Celsius, mäßig gießen

Schmucklilie (Agapanthus): muss zwingend trocken, hell und kühl – aber frostfrei überwintert werden. Optimale Überwinterungstemperatur von 0 – 7 Grad Celsius. Höhere Überwinterungstemperaturen beeinflussen die Blütenbildung im kommenden Jahr!

Geranien: hell bei 5 – 10 Grad Celsius, jedoch nie unter 0 Grad Celsius; mäßig gießen

Zitrone/Limone: sehr hell bei 8 – 10 Grad Celsius überwintern, Raumtemperatur nicht unter 5 Grad fallen lassen! Kräftig, aber sehr selten gießen, keine Staunässe, nur einmal im Monat mit Zitrusdünger (z.B. Zitruswunder von Planta) düngen – stets kalkhaltiges Gießwasser (kein Regenwasser) verwenden.

 

11. November 2017 at 19:52 Hinterlasse einen Kommentar

27.09.2017 – ein furioser Wandertag

 

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In diesem Jahr unternahmen wir erstmals in unserer langjährigen Vereinsgeschichte eine Herbstwanderung. Unser Wanderführer, Förster Martin Schlimmermann vom Hessen Forst, hatte dazu einen besonderen Abschnitt des Rheinsteiges im Bereich der Gemarkung Lorch ausgewählt.

Treffpunkt und Ausgangspunkt unserer Wanderung war der Wanderparkplatz im Bächergrund. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen kamen hier 16 Vereinsmitglieder zusammen, um dann oberhalb des Rheines entlang zu wandern und sich an fast jeder Wegbiegung von einer neuen Rheinperspektive überraschen zu lassen. Es eröffneten sich wunderbare Ausblicke zur gegenüberliegenden Burg Hohneck; der zwischen Niederheimbach und Trechtingshausen gelegenen Burg Sooneck und dem davor gelegenen großen Steinbruch.

Herr Schlimmerman zeigte uns bei einem kleinen Abstecher oberhalb von den Weinbergen in den Wald hinein, den alten stillgelegten Quarzit-Steinbruch von Lorch. Er erläuterte, wie es zur Ausbildung der Magerrasenvegetation in diesem Bereich kommen konnte und richtete unsere Aufmerksamkeit auf die dafür charakteristischen Zeigerpflanzen.

Nach Rückkehr auf den Lorcher Rieslingweg ging es in leichtem Auf und Ab immer am Hang entlang bis zur Schutzhütte „Georgs Ruh“. Hier wurden wir von Frau Schlimmermann mit einem reich gedeckten Tisch zu „Weck, Worscht und Woi“ empfangen. An diesem herrlich gelegenen Rastplatz gönnten wir uns eine Weinprobe mit wohlschmeckendem Riesling und Spätburgunder Weißherbst. Nachdem wir ausgiebig davon gekostet hatten und auch der Hunger mit kesselfrischer Fleischwurst gestillt war, ging es über den Rheinsteig wieder zurück zum Bächergrund.

Alle Wanderteilnehmer waren sich in ihrem Fazit einig, dass dies wieder ein ganz besonders erlebnisreicher Wandertag für sie war. Die anhängenden Bilder geben davon einen kleinen Einblick.

3. Oktober 2017 at 10:34 Hinterlasse einen Kommentar

Problemschädling Buchsbaumzünsler – kein hoffnungsloser Fall!

Im Jahre 2006 trat der Buchsbaumzünsler Cydalima perspectalis zum erstenmal in deutschen Gärten aufSeit dem haben sich die gelbgrünen Raupen mit der schwarzen Kopfkapsel als junge Larven an den Buchsblättern Jahr für Jahr  durchgeschabt und sind dann in den Blattfraß übergegangen. Bei extremen Befall geht die Schädigung bis zum Anfressen der Rinde.

Viele Gartenfreunde konnten den Anblick von total abgefressenen Buchshecken, -kugeln und -kegeln nicht lange ertragen und haben daher zwischenzeitlich ihren Bestand gerodet.

Neuerliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass dies nicht erforderlich ist. Der Buchs stirbt durch den Befall mit Buchsbaumzünsler nicht ab – sondern treibt wieder aus. Wird der Buchs jedoch erneut befallen muß der Schädling bekämpft werden, um den Totalverlust des Gehölzes zu verhindern.

Nach den zwischenzeitlich vorliegenden Untersuchungsergebnissen zur Biologie und den Maßnahmen gegen den Buchsbaumzünsler läßt sich die Abwehrstrategie wie folgt beschreiben:

  1. Spritzzeiträume gegen die jungen Raupen sind die 2. Aprilhälfte und die 1. Junihälfte
  2. Im laufenden Jahr entwickelt sich nur eine volle Generation, die zweite reicht ins nächste Jahr!
  3. Biologische Bazillus thuringiensis- Präparate sind gegen alle Raupenstadien wirksam; auch gegen ausgewachsene Larven
  4. Befallener Buchs treibt wieder aus und stirbt nicht ab
  5. das Auftreten des Buchsbaumzünslers ist vorhersagbar (Monitoring des Falterfluges mit Pheromonfallen z.B. von Fa. Neudorff) und er kann biologisch bekämpft werden

Mittel gegen Buchsbaumzünsler für nicht berufliche Anwender im Haus- und Kleingarten:

a. Bayer Garten Schädlingsfrei Calypso Perfekt AF

b. DIPEL ES, Universal -Raupenfrei Lizetan

c. Schädlingsfrei Careo

d. Raupenfrei Xentari

Wichtig:   Es müssen beide Spritzungen erfolgen, um beide Larvengenerationen zu treffen. Dabei ist es sehr wichtig, im Inneren der Buchsbaumhecken etc. beim Ausbringen des Spritzmittels  auch die Blattunterseiten kräftig zu benetzen.

Merke: eine zu frühe Bekämpfung (siehe beigefügtes Schaubild) kann wirkungslos bleiben, weil im Frühjahr die Raupen zunächst  vor Spritzmitteln in ihrem Winterkonkon aus zwei bis drei zusammengesponnenen Buchsblättchen geschützt sind.

Buxbaumzünsler

7. September 2017 at 20:45 Hinterlasse einen Kommentar

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